[Ort] Brago

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    • Baugeschichte:

      Erwartet man hier eine von langer Hand geplante Stätte der Hochkultur mag man vielleicht schwer enttäuscht sein, denn die Ursprünge Bragos sind nicht etwa in der Vision einer Oasenstadt am Rande eines Felsmassivs zu finden, sondern vielmehr in dem Bedürfnis einer Lagerstätte mit genügend Stauraum und Möglichkeiten für allerhand Anbauten zu finden. Man führe sich unsere damalige Lage vor Augen: Die Lagerkapazität von Amida war vollkommen überstrapaziert, Ähnliches konnte man auch von den kleineren Stadtlagern in Quarthdarhst( welches damals nur sehr grob angeschnitten war), Pselkis und Arbela behaupten und um die Lage noch etwas schwieriger zu gestalten, hatten wir an vielen Baustellen Kleinstlager, auch Workingspots gennant, aufgestellt, über deren Bestände und Inhalte wir schon längst den Überblick verloren hatten. Zu diesem Zeitpunkt gab es kaum größere Lager und solche Monstren, wie man sie heute in fast jedem Land finden kann, waren damals vollkommen fremd, ja geradezu unerhört und wirklich sinnvoll wären sie in den meisten Fällen auch nicht gewesen, denn die allermeisten Projekte bewegten sich in einem noch vergleichsweise kleinen und eher lokalen Rahmen und benötigten daher keine größeren Zentrallager. Quadesh war in dieser Hinsicht schon etwas weiträumiger angedacht und schon früh war es uns klar, dass wir die Sachen lieber verteilt errichten, als sie an nur einer Ecke unseres schönen Landes aufzustellen. Interessanterweise war Quadesh in gewisser Weise sogar das "erste Land", denn ganz am Anfang von Craftasy sollten Projekte tatsächlich nur eine Stadt umfassen, dies aber ist eine Geschichte, die ich mich nicht heute anschicken werde zu erzählen.

      Wie man vielleicht schon anzunehmen vermag, ist auch der Standort dieser Ansiedlung unserer damaligen Situation geschuldet, wo es uns notwendig erschien einen Ort zu finden, der nicht direkt an den Baustellen liegt, aber doch von überallher gut zu erreichen ist, ohne aber dass man ihm seine Zweckmäßigkeit allzu sehr ansehen würde. Denn nichts ist schäbiger als, eine Stadt, ein Dorf, eine Mine oder allgemein eine kulturelle Struktur oder eine Ansammlung solcher derart aufzustellen, als dass der Betrachter dieses Gebildes, die sich bietende Szenerie sofort als bloße Kulisse zu entlarven weiß und enttäuscht weitergeht.

      Der Aufbau der Mine wie auch des Dorfes verliefen parallel zu den ersten Schritten, die in Quarthdarhst unternommen wurden, weshalb man in Brago immer noch ein Abbild jenes Stils vorfindet, in dem Quarthdarhst dereinst angefangen wurde. Die Häuser wurden mittlerweile renoviert, aber da man sich bei solchen Arbeiten in Quadesh die Mühe macht, den Charakter des Gebäudes so gut wie möglich zu erhalten, kann man anhand dieser Bauten immer noch erahnen, wie wir Quarthdarhst zur Zeit der frühen Vollversion vollendet hätten, wären nicht einige neue Problematiken hereingeschneit - ja, es fing in Quadesh an zu schneien und lange Zeit konnte man diesen Zustand auch nicht beheben -, die unseren Eifer zwangsweise in andere Richtungen lenkten.

      Dieses ganze Szenario hat sich im Laufe des Jahres 2012 abgespielt und bis 2014 hat sich abseits einiger pfiffiger Modifikationen am Lager nicht viel in der Region um Brago getan. Erst Mitte dieses Jahres kann man wieder von kontinuierlichen und anhaltenden Fortschritten sprechen, deren exakte Chronologie mir zwar nicht mehr geläufig ist, an deren Tatbestand ich mich jedoch noch entsinnen kann.

      Abseits der allgemeinen Updates an den bestehenden Strukturen und der Vollendung von Bauruinen (in diesem Fall der hiesigen Niederlassung der Söldnergilde), wurde vor Allem darauf Wert gelegt, die Gebäude des Dorfes um Anbauten zu bereichen und in einen stimmigeren Kontext zu setzen, was auf eine Mine angewandt soviel bedeutet, als dass man durch Kisten, lokale Erzeugnisse und einige Erzbrocken versucht, Sinn und Zweck der Siedlung deutlicher zu betonen. Gerade die Neukonzipierung einiger Häuser, deren Sinn und Zweck nicht über den eines generischen Wohnhauses hinausging, Die Ausschmückung der Mine und zu guter Letzt: die Gestaltung der umliegenden Landschaft haben ihr Übriges getan, aus dem schnöden Dorf eine Sehenswürdigkeit zu schaffen (gut, da habe ich etwas übertrieben). Abseits dieser Errungenschaften hatten wir das Glück, dass sich pünktlich zum Pferdeupdate SilberRegen hier einfand und gleich vor Ort einen hübschen Stall schuf, der uns nun als Vierbeinerzentrallagerstelle dienlich ist und sich trotz der etwas beengten Verhältnisse auch als hervorragende Zuchtstation eignet.

      Brago ist mitnichten fertig, jedoch sollte es bald vollendet sein, wo wir eigentlich nur noch innerhalb der Mine fertig werden müssen.

      Architektur:

      Zu dem in Brago angewandten Stil gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, er ist einfach und robust, ohne dabei jedoch grobschlächtig oder ungekonnt zu wirken. Durch die Bedingungen vorort wird größenteils gepresster Sand als Baustoff verwendet, aber auch Bruchsteine aus der Mine wie auch Holz aus Arboria kommen zum Einsatz. Wenn man das Bild des Orts einem Stil zuordnen wollte, so wird man wohl mit dem sogenannten "Bauernhausstil" richtig liegen, wenngleich die hiesige Variation dieses Stils durchaus auch noch ihre Eigenheiten hat und mehr Sandstein in der Mixtur aufweist, als dies beispielsweise in Opiana der Fall ist. Grundsätzlich steht der Nutzen eines Gebäudes im Vordergrund und erst im Nachhinein werden Stellen noch verschnörkelt und herausgeputzt.

      Da es ein Unding wäre bei einer Minenstadt nicht weiter auf die namensgebende Mine einzugehen, muss auch hier die Art und Weise der Konstruktion erläutert werden, wo diese doch mehr oder minder die Ursache der Besiedlung (abseits der kleinen Oase) definiert. Die wichtigsten Gänge sind relativ breit gearbeitet und werden durch vielerlei Stützen aus Holz in Stand gehalten. Ältere Gänge, deren Vorkommen längst versiegt sind, werden wieder zugeschüttet oder zu Lagerräumen umfunktioniert, während Neuere scheinbar willkürlich verlaufen und oftmals einzustürzen drohen. Dies hat mit der Art und Weise zu tun, wie die Sklaven und Aufseher in der Mine organisiert sind, so werden einige Sklaven einem Aufseher zugewiesen und bilden dessen Schürftrupp. Die Minenaufseher versuchen ihrerseits stets die größten Mengen an Erz zu fördern, um somit Chancen auf höhere Löhne zu besitzen. Gesundheit und Leben von Sklaven ist dabei einerlei, da es sich bei diesen zumeist um Straftäter handelt, die einer schnelleren Form von Exekution gerade eben so entkommen konnten.

      Besonders charakteristisch für die Mine ist der Aufzug (hier durch eine Leiter dargestellt), welcher es ermöglicht alle Bereiche der Mine möglichst schnell anzusteuern. Stall, Unterkünfte und Lagerbereich befinden sich in den obersten Ebenen, während in den unteren Bereichen nach wie vor geschuftet wird.
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    • Geschichte:

      Wann genau die Geschichte Bragos beginnt ist uns leider unbekannt, doch wie so viele andere Orte und Landstriche in Quadesh, so verfügt auch diese Gegend über zahlreiche Legenden und alte Sagen, deren Lektüre sich in Bezug auf diese Thematik als recht aufschlussreich erweist. So sollen einige Stämme, die man heutzutage gerne als Protokadäer bezeichnet den Standort des heutigen Bragos schon früh als Wegstation genutzt haben. Da man an anderer Stelle oftmals von einem "Meer aus Zelten", welches sich unterhalb eines Berges befand, hört und dessen Umschreibungen durchaus dem Zustand des Tafelsbergs entsprechen, der den Standort der Siedlung weit sichtbar markiert, ist es sehr wahrscheinlich, dass Brago lange Zeit als Rast- und Sammelplatz für die nomadisch lebenden Völker Nordquadeshs fungierte. Am Aufschlussreichsten sind aber alte Aufzeichnungen der heutigen Bewohner des Borgavands, einem allgemein recht eigentümlichen Völkchen, dessen Kultur zwar durchzogen ist von parsischer und kadäischer Tradition, dessen eigentliche Wurzeln jedoch rätselhaft sind - Ethnologen aus Ituria vermuten schon seit längerem, dass es sich bei ihnen um die Nachfahren der Urbevölkerung handelt, die den Nordwestteil Quadeshs bevölkerten bevor es in Folge längerer Dürreperioden zum Entstehen der großen Wüste kam; Durch die Expansion der Kadäer und des Seevolks wurde dieses Volk vollends in die Randregionen des landes gedrängt.

      Da man sich in der Historie jedoch nicht auf den Mythos als Quelle verlassen kann, möchte ich an dieser Stelle weitere sagenumwobene Abwägungen sein lassen, wo sie ihren Sinn und Zweck, die Erläuterung ferner und vergangener Episoden in der Geschichte des Landes, bereits erfüllt haben. Im Jahre 2617 nach Adahn wurde das Minendorf Brago gegründet. Man hatte dort durch Zufall größere Erzvorkommen ausfindig machen können und so war nicht weiter verwunderlich, dass die damals noch junge Stadt Kartago ihr Fühler in diese Richtung ausstreckte und alsbald auch tätig wurde. Bei den gutdokumentierten Bauarbeiten traf man auf keinerlei Reste älterer Bauten, so dass für uns klar ist, dass sofern es eine Vorgängersiedlung gegeben hat, diese entweder mit nicht allzu haltbaren Materialen erbaut wurde oder wenn nur einer temporären Natur war (in vielen Regionen Quadeshs werden nach wie vor noch "Zeltstädte" errichtet). Da sich Quarthdarhst unter der Oberherrschaft des Parsenreichs befand, sollte diese Regelung auch Brago betreffen und daher ebenso das diese Orte umgebende Land, in welchem bis dahin jedoch andere Machthaber das Sagen hatten.

      Auf Grund eines allgemeinen Mangels von Arbeitskräften (niemand war bereit so weit in die Wüste zu gehen nur um sich den Rücken krumm zu schuften und Sklaverei war in ihrer heutigen Form kaum verbreitet) war es für die Vertreter der örtlichen Niederlassung der Karthagischen Handelsgilde (damals noch "Handelsgilde der Kolonie Quarthdarhst") schnell klar, dass es notwendig sein würde, den Arbeitsmarkt der hiesigen Wüstennomaden für ihr Vorhaben zu nutzen. Diese waren zuerst mehr als willig sich dem Bergbau zu widmen, versprach diese Arbeit doch ein einigermaßen sicheres Einkommen und Unabhängigkeit von den gefährlichen Raubzügen und Kleinkriegen der Nomaden unter sich. Lange Zeit funktionierte das System von Geben und Nehmen ganz hervorragend, doch hatten die Besitzer der Mine die Möglichkeit eines Aufstands nicht bedacht und den Lohn Jahr für Jahr weiter gekürzt, so dass sich viele Bergarbeiter willig dem Erstbesten anschließen würden, der eine Verbesserung der Lage anstrebte.

      Parallel zur Entwicklung Bragos kam es zum Aufstieg des kadäischen Stammesführers und Kriegsherrn Yaitan Tahwud, welcher das Gebiet östlich der Ausläufer des Borgavands bis hin zu den Palmenhainen im äußersten Nordosten Quadeshs erobert hatte und nun seine Augen auf die neue Ansiedlung am Rande seines Einflussgebiets richtete. Quarthdarhst kooperierte lange Zeit mit Yaitan und meinten ihn insoweit nutzen zu können, als dass sich dieser den Banditen der Umgebung widmete. Auch seinen Rivalen Aly Hayamuk unterstützte man wo man nur konnte, um durch das Ausspielen beider Parteien eine gewisse Sicherheit in der Region zu erzielen. Da Aly alsbald durch einen Giftanschlag ums Leben kam und sich sein Stamm nicht auf einen Nachfolger einigen konnte, war es ein Leichtes für Yaitan, beide Stämme unter seiner Herrschaft zusammenzufassen. Unzählige jener, die zuvor unzufrieden in den Minen geschuftet hatten und nunmehr ein plan- und clanloses Leben führten, schlossen bereitwillig dem Kriegsherrn an und wiederum Andere verbreiteten diese Kunde weiter, so dass sich die Perspektivlosen der harschen Stammesgesellschaft der Kadäer unter seinem Banner sammelten.

      Wenngleich spätere Eroberungszüge der Kadäer durchaus auch, wenn nicht sogar primär, religiös motiviert waren, so muss man dies diesem absprechen und wenngleich man neben Neid, Gier und Zerstörungswut keine anderen Motivationen unter der Meute zu finden vermag, sollte man stets im Hinterkopf behalten, welches Echo Yaitan Tahwud nachhalte. Selbst heute wird er von Vielen als Held gefeiert und nicht wenige ältere Sagen wurden auf seinen Namen umgemünzt. Man muss also davon ausgehen, dass er es durchaus verstand, die richtige Propaganda an der richtigen Stelle einzusetzen und abseits davon, heißt es, dass er ebenso charismatisch war wie gewieft.

      Die Eroberung des nur schlecht verteidigten Bragos (ca. 2751 n.A) war nur eine Frage der Zeit und da sich abseits der Kadäer nun auch andere Nomadenvölker (Die meisten dieser Kulturen gingen später im Rahmen der Sklaverei in die karthagische Bevölkerung auf) dem Heer des Yaitan anschlossen, bewog man in seinem Kriegsrat die Stadt Quarthdarhst anzugreifen, welche mit der heutigen Stadt dieses Namens keine architektonischen Gemeinsamkeiten hatte und dessen Mauer nicht ansatzweise so hoch war. Quarthdarhst war zu diesem Zeitpunkt dem Parsenreich zwar tributpflichtig ergeben, doch schien der Shah in innenpolitische Belange verstrickt, so dass man der Lage des Verbündeten in Pselkis kaum Beachtung schenkte. Nach einer Reihe von Schlachten und einer mehrmonatigen Belagerung wurde die Stadt letztendlich gestürmt und ausgiebig geplündert. Viele Schriftsteller machen sich noch einen Spaß daraus, die Grausamkeiten der mehrtägigen Plünderung ausgiebig zu beschreiben und selbst jetzt, nach vielen Jahrhunderten sind noch Auswirkungen dieser Zeit im karthagischen Alltag zu beobachten. Alle erwachsenen, männlichen Wesen (auch Lasttiere, Schafe, etc) wurden systematisch getötet. Frauen ausgiebig vergewaltigt und Kinder verschleppt. Doch konnten Unzählige den Massakern entkommen, in dem sie entweder Wochen vorher auf Schiffen flohen oder sich in den unteren Bereichen der Stadt versteckten.
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    • Brago wurde für die Dauer der Herrschaft Yaitans die Hauptstadt seines Wüstenreichs, doch sind aufgrund mangelnder Kenntnisse der Kadäer mit der Schrift keine Aufzeichnungen dieser Episode vorhanden. Im Jahre 2754 nach Adahn wurde der Feldherr bei dem Versuch eines Angriffs auf Pselkis getötet und seine Räuberschar stark dezimiert. Der Shah schickte sich nun an, die verlorenen Gebiete zurückzuerobern und unterwarf indes auch die Nomadenstämme des Nordwestens wie auch die des Borgavands. Jene, die sich an den Verbrechen des Yaitans beteiligt hatten, sollten zur Rechenschaft gezogen werden und da weder der Senat noch der Shah Gnade walten lassen wollten, richteten sie ein wahres Massaker unter den bezwungenen Stämmen an. Ein iturischer Gelehrter würde jetzt wahrscheinlich das unschöne Wort Genozid aufwenden, doch muss neben allen moralischen Dünkeln, stets auch die strategische Lage in Betracht gezogen werden, die dieses Handeln erforderlich machte. Die Notwendigkeit solcher Handlungen sollte sich erneut in einigen Jahren zeigen, als gerade jene Stämme einen erneuten Aufstand wagen sollten, die man wohlweislich in der Hoffnung auf Besserung einer "gerechten" Strafe entkommen ließ.

      Die Ereignisse um den erneuten kadäischen Aufstand von 2761 nach Adahn wollen wir an dieser Stelle nicht näher erläutern, wo dieser dem letzten allzu ähnlich war (Brago wird eingenommen, die Kadäer werden werden jedoch bei Quarthdarhst und Amida zurückgeschlagen), doch ist es für unsere kleine Dorfgeschichte von Belang, dass Brago, obgleich der Minenbetrieb weiterhin in karthagischer Hand blieb, nun offiziell in das Reich der Parsen eingegliedert wurde und fortan als Satrapie des Reiches fungierte. Man wollte nach dem erneuten Sieg des Jahres 2764 nach Adahn keine weiteren Ausschreitungen in der Region erleben und nahm sich daher selbst dieser schwierigen Grenze an. Auch die StadtQuarthdarhst wurde rechtlich zu einer Satrapie des Reiches doch behielt die Stadt ihre Unabhängigkeit dadurch, dass dem jeweiligen Hochsenator mit der Wahl auch der Titel eines Satraps zustand. Ein ortsfremder Satrap aus dem Gefolge des Königs sollte niemals in die Stadt kommen.

      In der Zeit nach den beiden verheerenden Aufständen, prosperierte Quadesh. Manch einer würde diese Ära wohl als Blütezeit bezeichnen, doch von solcherlei Ausschmückungen wollen wir uns lieber fernhalten. Wichtig ist, dass sich damals die 2756 nach Adahn gegründete Gilde der Söldner, welche sich zunächst in der Region um Pselkis und Amida aufhielt, eines enormen Zustrom gelangweilter Exsoldaten. geflohener Sklaven und einfacher Leute erfreute, welcher sie erst für die Mächte der Umgebung interessant machte und für ihre heutige Position in der Politik Quadeshs sorgte. Wie die meisten wissen, ist die heutige Söldnergilde mit dem Heer vonQuarthdarhst gleichzusetzen, doch dergleichen Waffentreue musste sich erst entwickeln. Beginnend mit den Vertretern der KHG in Brago heuerten immer mehr karthagische Beamte und Händler Söldner der Gilde an, so dass sich im Laufe der Jahre ein schon fast ehernes Band zwischen beiden Gruppen bildete.

      Quarthdarhst verfügte damals durchaus noch über ein Stadtheer und einige wehrwillige Bürger jenseits seiner Mauern, doch sollten diese alsbald eine Rolle spielen, deren Folgen es zur Notwendigkeit machten, sich die Söldnergilde zu eigen zu machen. 2781 nach Adahn wurde die Sklaverei im Parsenreich verboten. Was als Maßnahme gegen Steuerbetrug (viele einfachere Bürger gaben sich gerne als Sklaven aus und entkamen so ihrer Steuerlast) angedacht war, hatte in Brago wie Quarthdarhst immense Folgen. Denn anders als im restlichen Reich war die Sklavenwirtschaft dort ein tragendes Element der Gesellschaft geworden und diese zu verbieten war ein Ding der Unmöglichkeit, wo jeder Sklaven hatte und manche Teile der Stadt waren sogar primär von ihnen bevölkert wurden. Da sich die parsische Verwaltung nicht sofort einfand und man allgemein noch ein wenig damit warten wollte, das Erlassene auch durchzusetzen, konnte man noch zwei Jahre weiterhin Sklaven besitzen und arbeiten lassen, ohne, dass es die Regierung des Shahs sofort unterbunden hätte. Doch im Jahre 2783 nach Adahn war es letztendlich doch so weit: der Satrap und Hochsenator wurde angewiesen, das Joch der Sklaverei aufzuheben und als sich dieser auch dazu entschloss, dieser Bitte nachzukommen, kam es zu einem erneuten Aufstand. Diesmal war es jedoch kein Aufstand der Sklaven, der Unterdrückten, sondern ein Aufbegehren der Sklavenhänder und Sklaventreiber, dem sich viele Bürger der Stadt wie auch die Söldnergilde anschlossen. Das Haus des Hochsenators wurde gestürmt und er wie auch seine Familie wurden vom wütenden Mob vor den Toren der Stadt gepfählt. Da sich das Reich auch einiger anderer innenpolitischer Schwierigkeiten stellen musste, wurde dieses unlautere Vorgehen zunächst nicht geahndet. Brago wurde alsbald erobert und kehrte damit wieder vollständig in den Herrschaftsbereich der Republik von Quarthdarhst zurück. Erst 2791 nach Adahn sollte Quarthdarhst wieder unter die Herrschaft des Parsenreichs kommen, doch handelte man sich einen Erhalt der Sklaverei aus.

      Da der Krieg mit dem Emirat von Quataban (ca. 2793 - 2794 nach Adahn) weder Brago noch allgemein das Herrschaftsgebiet Quarthdarhsts berührte und Brago durch Verträge mit dem später entstehenden Sultanat von Quadesh - abgesehen von einigen Scharmützeln unangetastet blieb, konnte sich das Dorf im Lauf der Zeit gut entwickeln und findet sich auch heute noch (3159 n.A) in einer stabilen Lage wieder. Die einzige und gewichtigste Problematik findet sich in der Mine, dessen Vorkommen langsam zur Neige geht.
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    • Politik und Wirtschaft:

      Obgleich die Bedeutung Bragos mitnichten an die der weitaus bekannteren und ertragreicheren Minen Amida, Zimrid und Karmana heranreicht und die Glanzzeit des hiesigen Aufsteineklopfen schon etliche Jahrhunderte zurückliegt, reichen die Gewinne immer noch aus, den Standort inmitten der Wüste zu rechtfertigen. Durch seine zentrale Lage bedingt ist Brago eine wichtige Station auf den Wegen durch die Wüste Nordquadeshs und obgleich es vielleicht nicht den Luxus und die Kapazitäten größerer Karawansereien besitzt, haben sich nur die wenigsten Gäste diesbezüglich beschwert. Aufgrund der Lage nahe des Borgavandpasses, welcher in Richtung Arboria verläuft, sind die örtlichen Vertreter der KHG dazu angehalten, den Handel zu überwachen und die Wegsamkeit des Passes zu gewährleisten. In dieser Aufgabe werden sie von der Söldnergilde unterstützt, welche die Gegend frei von Banditen, räuberischen Wairesh (nomadische Kadäer) wie anderen Gefahren hält und sich auch angeschickt hat, die Zollstation in Richtung Arboria zu leiten. Dort haben sie sich einen Namen als gnadenlose Halsabschneider gemacht. Aus ihrer Verachtung den Holzfällern gegenüber machen sie keinen Hehl (unter vielen Gruppen Quadeshs gelten die Arborianer als verweichlicht und androgyn, was zwar nicht unbedingt der Wahrheit entspricht, sich als aber schon lange Zeit als Anekdote hält).

      Da sich im Quadesh unserer Zeit die forcierte Sklavenwirtschaft als Wirtschaftsdoktrin durchgesetzt hat und gerade Quarthdarhst durch sein Strafsystem eine erhebliche Menge von solchen unglücklichen Seelen generiert, welche statt einer handelsüblichen Gefängnisstrafe Schwerstarbeit zu erdulden haben, gibt es in Brago keinen Mangel an Arbeitskräften, wohl aber einen Fachkräftemangel, denn nur noch die Allerwenigsten der seevölkischen Stadtbevölkerung wollen das ehrenhafte Handwerk eines Aufsehers in den Minen übernehmen. Es soll sogar als unschicklich gelten, eine Peitsche zu ergreifen um den faulen Sklaven damit zu züchtigen. Durch diese Diskrepanz bedingt vertraut man nun immer mehr auf ausländische Experten auf dem Gebiet der arbeitssteigernden Demütigung.

      Die politische Stellung Bragos innerhalb des Handelsnetzwerks von Quarthdarhst mag keine allzu bedeutende mehr sein, doch besitzt Brago aufgrund seiner Lage weiter landeinwärts eine hohe, strategische Bedeutung für die Stadt. Sollte es zu einem bewaffneten Konflikt kommen, etwa mit dem Sultanat oder den erstarkenden Rebellen, verfügt Quarthdarhst hier über einigen Spielraum, um mögliche Invasoren abzuwehren und ihrerseits anzugreifen.

      Reserviert für Bilder
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